Westküste USA San Francisco, Los Angeles, Vegas

USA Westküste mit dem Mietwagen

Am Flughafen San Francisco (USA Westküste) angekommen, geht es mit dem Airport Train zu den Rental Cars. Dank Vorreservierung und Online Checkin stand unser Intermediate SUV 10 Minuten nach Ankunft am Schalter bereits vor uns in der Garage. “Here is your key – do you need any assistance – ok have a nice time”. Superschnell und unkompliziert bei der Ausfahrt noch den Fahrzeugcode einscannen und ab Richtung Süden. Nach kurzer Eingewöhnung konnten wir das wirklich entspannte Autofahren in den USA richtig genießen.  Respektvoller Umgang im Straßenverkehr ohne Gesten oder Hupkonzerte – sensationell.

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Reiseroute entlang der USA Westküste:

San Francisco – Monterey – Carmel – San Simeon – Santa Barbara – Santa Monica – Hollywood – Palm Springs- Flagstaff – Grand Canyon Nationalpark – Page Lake Powell – Glen Canyon – Las Vegas – Valley of Fire – Los Angeles – San Diego (Dauer: 3 Wochen, 3800 km) Nach einem Besuch bei Walmart, um einen Cooler (Kühlbox) und die nötigsten Dinge zu besorgen, führte uns dann die erste Etappe entlang des Highway 1 bis Monterey – Carmel und zum 17miles drive (10 Dollar Gebühr). Herrliche Panoramastraße mit zahlreichen Aussichtspunkten – leider ohne Sonnenuntergang wegen des trüben Wetters. Das Mariposa Inn war gemütlich und verkehrstechnisch gut gelegen – Frühstück ausreichend (Strecke 150 km). An das im Westen der USA übliche Pappgeschirr und Plastikbesteck mussten wir uns erst gewöhnen. Sämtliche Hotels für unsere Rundreise haben wir vorab online gebucht, um uns die Sucherei zu ersparen.

Zu unserer Reisezeit waren Zimmer vor Ort kurzfristig nur zu wesentlich höheren Preisen zu bekommen oder die Hotels waren ausgebucht. Samstag Stand der schönste Abschnitt auf dem Plan. Fahrt über die Bixby Bridge  nach Big Sur, Pfeiffer Beach mit Wasserfall, Pfeiffer State Park (10 USD) mit einigen riesigen Küsten Redwood Bäumen bis nach San Simeon (Strecke 180 km). Endlich hat sich sich das Wetter gebessert und so konnten wir den Abend am Strand bei starkem Wind ausklingen lassen. Einige amerikanische Touristen holten ihre Kühlboxen und zündeten ein Kaminfeuer an. Bei Sonnenuntergang wurden noch einige Gitarren gezückt und man saß entspannt zusammen.

Sonntag früh wollten wir Hearst Castle besuchen, aber wegen des schönen Wetters sind wir lieber weiter dem Pazifik entlang Richtung Santa Barbara gefahren. Montag früh weiter über Malibu Beach und Santa Monica Beach zum Los Angeles Observatorium. Von dort hat man einen tollen Ausblick auf die Stadt und auf die Hollywood Hills mit den Villen der Stars. Bei über 30°C verweilten wir nur kurz am Hügel. Wir suchten uns ein ruhiges Schattenplätzchen für ein kleines Picknick, um dann gestärkt bis Palm Springs zu fahren (Strecke 380 km). Bei Ankunft im Renaissance Esmeralda Indian Wells hatten wir 37° Celsius und strahlend blauen Himmel. Am Abend haben wir noch das Cabazon und das Dessert Hills Outlet besucht – war aber wenig los und das Angebot eher enttäuschend. Die nächsten 2 Tage war Entspannung am Pool angesagt, was auch wieder mal gut getan hat. Donnerstag war noch vor dem Frühstück Abfahrt nach Flagstaff, da eine Tagesetappe von 650 km bevorstand.

Ursprünglich wollten wir über Phoenix Scottsdale fahren, aber aufgrund von Unwettern waren dort einige Straßen nicht passierbar. So konnten wir eine Teilstrecke auf der Route 66 zurücklegen und die schier endlose Weite erleben. Freitag früh war die Aufregung groß, weil heute der Grand Canyon Nationalpark am Programm stand. Wir fuhren bis zum Heliport von Papillon Helicopters in der Nähe des südlichen Parkeinganges, weil wir auf Empfehlung einiger Insider einen Rundflug gebucht hatten. Was soll ich sagen? Wir erlebten einen genialen Hubschrauberflug über den schönsten Teil des Grand Canyons bei strahlendem Sonnenschein. Nach dem Anflug über endlose Waldflächen öffnet sich ein Loch im Boden und das Staunen beginnt und es nimmt bis zur Landung kein Ende mehr. Anschließend haben wir einige Aussichtpunkte im Park besucht und die Eindrücke waren überwältigend. Dieser Tag wird uns noch lange in Erinnerung bleiben und wir sind sehr dankbar für dieses einmalige Erlebnis. Entlang des östlichen Canyon Randes ging es dann noch weiter bis Page am Lake Powell (Strecke 390 km).

Samstag war für Ausflüge in der Region Page reserviert. Es gab eine massive Schlechtwetterprognose mit Unwetterwarnung ab Mittag. Wir sind daher gleich in der Früh zum Horseshoe Bend aufgebrochen. Gehzeit vom Parkplatz ca. 30 Minuten im roten Sand – immer mit Blick auf die dichte Wolkendecke über uns. Aber wenn Englein reisen, öffnet sich doch tatsächlich genau bei Ankunft am Viewpoint ein kleines Sonnenfenster nur für uns. Die asiatische Reisgeruppe hinter uns marschierte einen Tick zu langsam und verpasste ein atemberaubendes Farbenspiel – sorry. Der Ausflug zum Antelope Canyon konnte wegen der Starkregenprognose aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden. So fuhren wir noch zum Glen Canyon Dam über die parallel verlaufende Glen Canyon Bridge. 2 km südlich der Brücke gibt es einen unscheinbaren Parkplatz mit Sicht auf Brücke und Staudamm. Außerdem kann man über einige Treppen und einen Weg hinunter zum Colorado River gelangen.

Zum Glück war meine Gattin neugierig und nicht so faul wie ich. Sie ging den Weg nach unten und kam nach einer knappen Stunde mit einem Lächeln im Gesicht und tollen Bildern von tiefroten Felsen und smaragdgrünem Wasser wieder zurück. Weil es mittags immer noch trocken war, wagten wir noch einige Kilometer nördlich – über den Staudamm zum Lake Powell mit seinen wunderschönen, kleinen Strandbereichen und Marinas. An einigen Stellen konnten wir tatsächlich bis zum Wasser mit dem Auto fahren. Der Amerikaner ist ja bekanntlich eher fußfaul, daher sind Wohnmobile im Uferbereich und am Sandstrand hier nicht ungewöhnlich. Die Felsformation zeigten sich nun wieder in einer ganz anderen Farbenpracht – das dunkle Rot wechselte mit strahlend hellen Bereichen. Nach 60 km nordwärts und einigen tollen Viewpoints war dann aber gegen 14 Uhr Schluss mit lustig – die Unwetterfront war nicht mehr aufzuhalten.

Wir fuhren also zurück nach Page, gönnten uns noch eine schnelle Pizza beim örtlichen Pizzahut, kauften noch ein wenig Proviant und kamen mit dem ersten Regenguss ins Hotel. Dann gab es stundenlang Sturm, Gewitter mit Starkregen im Umkreis von 100 km. Sonntag morgen hatte es nur mehr leicht geregnet, aber das war uns schon egal – unser nächstes Ziel war schließlich Las Vegas. Also Koffer, Kühlbox und Proviant ins Auto und ab in die Wüste. Zuerst waren wir aber noch eine ganze Weile Richtung Zion NP durch die bereits bekannte Landschaft unterwegs, welche sich nach den Regenfällen wieder ganz anders offenbaren sollte. Erst nach St. George wurde mehr und mehr Steppe und Wüste sichtbar. Kakteen direkt neben der Autobahn – dazwischen aber immer wieder auch größere Felsformationen mit beige-braun-roter Marmorierung. Nach gut 450 km war dann Sin City erreicht. 

Reisezeit: September/Oktober 2014
Hotels: Mariposa Inn & Suites (Monterey), Sands by the Sea (San Simeon), La Quinta Inn and Suites (Santa Barbara) Renaissance Esmeralda (Indian Wells), Springhill Suites (Flagstaff), Best Western at Lake Powell (Page), Vdara (Las Vegas)

Verfasser: Dieter Hofer am 15. November 2014 (Texte und Fotorechte – Dieter Hofer)